Filmkritik: Predator: Badlands

Wirklich unterhaltsam

Es war an der Zeit, die Predators, die sich selbst Yausja nennen, in den Mittelpunkt zu stellen, und nicht nur als bedrohliche Menschenjäger darzustellen. Es gab einen Ansatz in Predators, der die Aliens als soziale Wesen zeigte, also sie nicht nur bei der Jagd zeigte. Hier in Predator: Badlands bekommen sie Namen.

Dek ist schmächtig, und in den Augen seines erbarmungslosen Vaters nicht überlebenswert. Deks Bruder soll Dek töten, doch er rettet ihn. Und Dek will beweisen, dass er allen anderen ebenbürtig ist. Er will einen Kalisk, das gefährlichste Raubtier im bekannten Universum, erlegen. Das Raumschiff, in dem er flieht, ist praktischerweise auf den Kurs nach Genna, dem Heimatplaneten des Kalisk, programmiert. Es macht eine Bruchlandung und von Anfang an trachtet die mörderische Fauna und Flora ihm nach dem Leben. Doch mit gierigen Springwürmer, Lianenschlangen und Säurekapseln verschießenden Pflanzen wird er fertig. Er findet Thia einer Androidin, die ihm seine Hilfe anbietet, damit er sie mitnimmt, denn sie hat ihre Beine verloren. Aber die jagen für gewöhnlich allein, und Dek muss lernen, zu kooperieren. Ihnen schließt sich noch ein affenartiges Wesen, das Thia „Bud“ nennt und Intelligenz zeigt, an. Dek hat es eher zufällig gerettet.

Thia gehört zu der Weyland-Yutani Corperation (siehe Alien-Franchise), die auf diesen Planeten nur Androiden geschickt hat. Die Firma ist generell an gefährlichen Lebewesen und ihren Fähigkeiten interessiert und will eines einfangen. Dek hat sie zu einem Raumboot gebracht, das bei der ersten Begegnung mit dem Kalisk zerstört wurde. Hier sieht sich Dek endlich seinem jägerischen Objekt der Begierde gegenüber. Doch hier nimmt die Jagd eine überraschende Wendung, und Deks Aktivitäten richten sich ab sofort gegen Weyland-Yutani. Am Ende steht ihm eine finale Konfrontation vor.

Predator: Badlands ist zweifellos ein Action-Kracher. Er steigt gleich richtig ein, und die Yausja. werden als Krieger richtig in Szene gesetzt. Ihre Jäger- und Kriegergesellschaft ist brutal, aber nicht wirklich originell oder fremdartig. Das ist schade, aber große Originalität kann man eigentlich von einem Hollywood-Film nicht erwarten. Gut finde ich, dass das Leben auf Genna nicht einfach so als gefährlich dargestellt wird. Dek lernt die verschiedenen Arten sogar zu nutzen. Kooperation ist immer eine Alternative zum Kampf. Und selbst die gefährlichste Kreatur ist mehr als ein Objekt.

Das Publikum entwickelt auch Sympathien für den Außenseiter Dek. Das ist wichtig für den Film, der mit Action und Schauwerten richtig klotzt und ein emotionales Gegengewicht braucht. Trachtenberg hat vieles richtig gemacht und einen wirklich unterhaltsamen Film gedreht, bei dem auch der Score der Fremdartigkeit des „Helden“ Rechnung getragen hat.

Wissenswert ist für das Verständnis des Films innerhalb des Franchise ist auch, dass der Eigenname und der Name der Predator-Heimat aus dem Roman Aliens vs. Predator: Beute von S.D. Perry and Steve Perry stammen, der wiederum ein Spin-Off zur Aliens vs. Predator-Comicreihe ist. Hier wurden die Yausja zuerst als eigene Kultur dargestellt.

Dan Trachtenberg baut das Predator-Franchise weiter aus. Und er hat wirklich große Lust, sich mit den Predators zu beschäftigen. Predator: Badlands ist ein weiterer, ein großer Schritt, denn der Blick auf diese Aliens wendet sich um 180 Grad. Man darf gespannt sein.

Originaltitel: Predator: Badlands
USA (2025)
Länge: 107 Minuten
Deutschlandstart: 6. November 2025
Regie: Dan Trachtenberg
Darsteller: Elle Fanning, Dimitrius Schuster-Koloamatangi, Cameron Brown, Ravi Narajan

Filmkritik von Michael Baumgartner

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