Muster der Heldengeschichte
In der Fantasywelt der Figuren von Masters of the Universe hat sich der Rezensent nie aufgehalten. Wohl kennt er die erste Realverfilmung, auch schon bevor sie in der SchleFaZ-Reihe auftauchte. Aber positive Kritiken von Männern, die etwa seinem Alter entsprechen, haben ihn dazu bewegt, es zu versuchen.
Adam, der Sohn des Königs von Eternia, muss mit dem Zauberschwert in die Heimat seine Mutter, auf die Erde fliehen, damit es nicht in die Hände des finsteren Dämonen Skeletor gerät. Doch er verliert das Schwert, und muss, während er es sucht, seinen Lebensunterhalt als Call-Center Mitarbeiter bestreiten. Als er es endlich findet (ausgerechnet in einem Laden für Fantasynerds) wird er auch schon von einem Handlanger Skeletors verfolgt. Aber er wird von Neela gerettet und nach Eternia zurückgebracht.
Adam muss sich in seine Rolle als rettender Held erst noch einfinden. Und Eternia, bzw. seine Bewohner sind auch nicht vorbereitet … Man-at-Arms ist heruntergekommen und Eternia liegt in Trümmern, das Königspaar in den Händen von Skeletor. Der ist ihm auch hier auf den Fersen, er will das Schwert weil er denkt, dass es ihm göttliche, unsterbliche Macht verleiht.
Adam trifft also auf die Kämpfer, an die er verklärte Erinnerungen hat und kindliche Namen wie Ram-Man oder Fisto gegeben hat. Allerdings muss er sie erst aktivieren, um gegen Skeletor zu kämpfen oder zumindest ihre Fähigkeiten einzusetzen, um sich aus ihrem Gefängnis zu befreien. Am Ende des erfolgreichen Kampfes wird Adam zu He-Man.
Von Anfang hat der Film eine humorige Note. Zwar hat der Angriff Skeletors auf dieses Kindheitsparadies traumatische Züge, doch dadurch, dass Adam dies bei einem Date erzählt, wird geschickt der Bierernst mancher Fantasyfilme vermieden. Dass er fern der Heimat, seine gar nicht so schöne Kindheitswelt quasi verklärt, ist dagegen plausibel.
Die Story folgt den Mustern der Heldengeschichte. Interessant, dass der irdische Adam mit seiner Problemlösungskompetenz nicht einfach so beiseite geschoben wird, sondern am Ende ein Teil des Helden He-Man wird.
Der Film macht Spaß. Die Crew hat viel richtig gemacht. Sie hat die Figuren und die durchaus fantasievoll gestaltete Welt Eternia in ihrer Bedeutung für die damit spielenden Kinder ernst genommen, und mit Leben erfüllt, aber auch eine Prise Ironie hinzugefügt, damit ein erwachsenen Publikum damit klarkommt.
Skeletor ist ein richtiger Fantasyschurke. Er wird nicht neu interpretiert. Es hat Spaß gemacht, ihn agieren zu sehen, besonders in den Szenen, die auch in der realen Umgebung gespielt haben.
Originaltitel: Masters of the Universe
USA (2026)
Länge: 140 Minuten
Deutschlandstart: 4. Juni 2026
Regie: Travis Knight
Darsteller: Nicholas Galitzine, Camila Mendes, Idris Elba, Jared Leto
Filmkritik von Michael Baumgartner
